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SRI: Eine Investition in die Zukunft

Wie lassen sich wirtschaftlicher Fortschritt und soziale Verantwortung verbinden, ohne das natürliche Gleichgewicht unserer Erde zu gefährden? Wie lässt sich der Wohlstand zwischen Industriestaaten und weniger entwickelten Ländern aufteilen? Wie kann man wenigstens einen kleinen Teil dieses Vermögens den Millionen Männern, Frauen und Kindern zukommen lassen, die heute noch bedürftig sind – zu einer Zeit, wo die Erde durch den Raubbau an natürlichen Rohstoffen bereits in ihrer Überlebensfähigkeit bedroht ist! Was können wir tun, um unseren Kindern einen intakten Planeten zu hinterlassen? Das Konzept der nachhaltigen Entwicklung entstand, um auf all diese Fragen konkrete Antworten zu finden. Nachhaltige Entwicklung hat sich mittlerweile zu einem Modekonzept entwickelt. Diskutiert wird es in den Familien, in der Politik, aber auch in Wirtschaftskreisen, und die Finanzwelt kann sich dem „grünen Trend“ ebenfalls nicht entziehen. Doch geht es hierbei um eine Modeerscheinung oder um eine ernstzunehmende Tendenz im Fondsgeschäft?

Vereinigung finanzieller Ziele mit ethischer Verantwortung

Nach einer langen Anlaufphase, in der ethische Anlagen im Mittelpunkt standen, bietet der Markt für sozial verantwortliche Investitionen (SRI-Markt) heute zahlreiche unterschiedliche Anlagemöglichkeiten unter Berücksichtigung nichtfinanzieller Kriterien. In den vergangenen Jahren hat sich dieser Nischenmarkt stark weiterentwickelt und von einigen wird er heute bereits als künftiges „Mainstream“-Segment gehandelt.

Unisono bekräftigen alle Indikatoren sogar eine nachhaltige Tendenz für diesen Anlagetyp. Zahlreiche Untersuchungen aus jüngster Zeit
(Mercer, Cap Gemini, Merrill Lynch, UKSIF u.v.a.) bestätigen die wachsende Sensibilisierung der Finanzwelt für SRI-Kriterien. Die bisher eindeutig auf kurzfristige Anlagen ausgerichtete Finanzwelt erweitert ihren Anlagehorizont. Den verschiedenen internationalen Gipfeln und anschließenden Abkommen ist es augenscheinlich gelungen, die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf die Zukunft der Erde zu verdeutlichen und eine neue Wahrnehmung der Welt zu fördern. Die im April 2006 von UNO-Generalsekretär Kofi Annan vorgestellten „Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investieren“ (Principles of Responsible Investment, PRI) waren ein großer Erfolg. Knapp zwei Jahre nach ihrer Einführung hatten bereits über 290 institutionelle Anleger, Vermögensverwalter und Dienstleister mit einem verwalteten Vermögen von insgesamt über 10.000 Mrd. USD das Papier unterzeichnet. Der Begriff „sozial verantwortliche Investitionen“ umfasst alle Maßnahmen zur Einbindung nicht-finanzieller Kriterien in der Finanzwirtschaft. In der praktischen Anwendung haben sich mehrere Formen entwickelt:

  • SRI- oder Nachhaltigkeitsfonds: Diese Fonds enthalten Aktien und Anleihen, deren Auswahl sowohl nach finanziellen als auch nach nichtfinanziellen Kriterien erfolgt. Hier finden sich Papiere der nach ESG-Kriterien leistungsstärksten Unternehmen und/oder Staaten.
  • Ausschlussfonds: Diese sind in den angelsächsischen Ländern sehr verbreitet. Aus moralischen oder religiösen Gründen werden bestimmte Branchen wie z.B. die Rüstungs-, Glücksspiel- oderTabakindustrie bzw. Unternehmen, die in umstrittenen Ländern aktiv bzw. präsent sind, ausgeschlossen.
  • Aktive Aktionärspolitik: Aktive Aktionärspolitik bedeutet, dass Anleger über den direkten Dialog und/oder durch Ausübung der Stimmrechte bei der Hauptversammlung Einfluss auf ein Unternehmen nehmen (z.B. Forderung einer stärkeren Übernahme gesellschaftlicher und ökologischer Verantwortung).
  • Themenfonds: Themenfonds sind ebenfalls mit dem Label „nachhaltige Entwicklung“ versehene Fonds, die in Unternehmen investieren, deren Geschäft zur nachhaltigen Entwicklung im weitesten Sinne beiträgt (erneuerbare Energien; traditionelle Industrien, die in puncto Energieeffizienz eine Spitzenstellung einnehmen; Abfall- und Wasseraufbereitung; Gesundheit). Nur ein Teil dieser Fonds stellt auch allgemeine Anforderungen auf der Basis aller SRI-Kriterien.

Häufig wird der Begriff „ethische Anlagen“ als Überbegriff für diese einzelnen Ansätze verwendet. Eigentlich umfasst er jedoch nur Ausschlussfonds sowie Shared Return Funds bzw. Solidaritätsfonds; hierbei handelt es sich um eine weitere Kategorie mit sozialen Mehrwert. Bei Ersteren geht ein Teil der Gewinne des Fonds an karitative Einrichtungen oder NGO, die Letzteren sind Sparprodukte, die Projekte der Solidarwirtschaft finanzieren.

 

 

 

 

 

Zukunftsperspektiven für sozial verantwortliche Investitionen

Zurzeit repräsentieren sozial verantwortliche Investitionen nur einen kleinen Teil des Gesamtanlagevolumens, doch sie werden in der Finanzwirtschaft zunehmend Marktanteile gewinnen.
Kriterien wie Corporate Governance oder Umweltrisiken finden in Finanzkreisen bereits heute vermehrt Beachtung. Einige Segmente wie Fonds mit Themen wie Ökologie, Mikrofinanz usw. verzeichnen ein reges Interesse und haben sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt.

Diese Wachstum gründet in erster Linie in der
Tatsache, dass Anleger immer deutlicher die zunehmenden Auswirkungen von Ökologie-, Sozial- und Unternehmensführungsaspekten auf die finanzielle Performance erkennen. Eines der frappierendsten Beispiele hierfür ist der Klimawandel und die Frage der Reduzierung des CO2-Ausstoßes. Nicolas Stern zeigte in seinem Bericht, dass das weltweite Wachstum aufgrund des Klimawandels um 5% bis 15% sinken könnte, wenn einschneidende Maßnahmen ausbleiben. Ein weiterer Faktor ist die Verschärfung der nationalen und internationalen Vorschriften für Unternehmen (Chemikalien, Gesundheit und Sicherheit, Reduzierung des Schadstoffausstoßes u.v.m.) sowie der Bestimmungen für Manager von Investment- und Pensionsfonds.

In einigen Ländern besteht bereits eine Berichtspflicht zu ökologischen, sozialen und ethischen Aspekten.

Die Performance von SRI-Lösungen

Die ersten SRI-Produkte auf dem Markt waren sicherlich noch mit gewissen Kinderkrankheiten behaftet (beschränktes Anlageuniversum, dogmatische Ansätze etc.), doch mittlerweile ist eindeutig eine positive Weiterentwicklung der SRI-Palette festzustellen. Die Analysetools sind insgesamt präziser, die Investmentprozesse ausgefeilter und die performancebezogenen Ergebnisse transparenter geworden. Der Markt bietet gegenwärtig zahlreiche qualitativ sehr hochwertige Produkte, die auch den Anforderungen anspruchsvollster Anleger genügen. Und überdies tragen sozial verantwortliche Investitionen bei gleicher Performance zusätzlich zu einer nachhaltigeren Zukunftsentwicklung bei.

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