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Wir können das Szenario einer Konjunkturabschwächung nicht ausschließen auch wenn sich die Wirtschaft weiterhin robust zeigt und damit den Druck auf die Zinsen aufrechterhält, so Guy Wagner, Chief Investment Officer der Verwaltungsgesellschaft BLI - Banque de Luxembourg Investments.

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  • Der Nahostkonflikt und seine Folgen für die Wirtschaft
  • Wo gibt es Wachstumsnischen, die eine Rezession verhindern?
  • Welche Anlagestrategie empfiehlt sich im Fall einer Rezession?
  • USA: Warum geht die Inflation zurück?
  • Deutschland: Warum ist das Land nicht mehr Wachstumsmotor für Europa?
  • China: Wie kompliziert ist die Lage?
  • Europa: Wie wirkt sich der Immobilienmarkt auf die übrige Wirtschaft aus?
  • Kommt der Aufschwung an den Börsen ins Stocken?
  • Entwickeln sich Energietitel weiter günstig?
  • Was sind die Gründe für den Anstieg der Börsenindizes im ersten Halbjahr?
  • War die überdurchschnittliche Performance des japanischen Markts zu erwarten?
  • Worauf muss man sich als Anleger bis zum Jahresende 2023 einstellen?
  • Warum ist der Goldpreis im aktuellen Umfeld so behauptet?

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Guy Wagner, welche Folgen könnte die Eskalation des Konflikts im Nahen Osten haben?

Der Konflikt wird wahrscheinlich die Unsicherheit der Anleger und ihre Risikoaversion erhöhen. Als eine logische Konsequenz ist ein Anstieg des Ölpreises möglich. Damit dürfte sich auch der Trend hin zu einer Konjunkturabschwächung etwas verstärken.

In der jüngsten Ausgabe von Perspectives schreiben Sie von „Wachstumsnischen, die das Abgleiten in eine Rezession bislang verhindern“. Wo sehen Sie solche Nischen?

Regional betrachtet, sind sie vor allem in der US-Wirtschaft zu finden: Die Konsumausgaben bleiben dort relativ hoch. Das Sparvermögen, das in der Pandemie, während der Lockdowns, angesammelt wurde, wird nun ausgegeben, was vor allem die Dienstleistungsbranche stützt, das Gastgewerbe, den Tourismus etc.

Heißt das, wenn es zu einer Rezession kommt, kommt sie aus Europa?

Man könnte fast sagen, dass die Rezession hier schon begonnen hat. Aber wirklich wichtig für die weitere Entwicklung der Finanzmärkte ist die US-Wirtschaft. Die Wirtschaftslage in Europa ist da weniger entscheidend.

Muss man im Fall einer Rezession seine Investmentstrategie ändern?

Die aktuelle Situation ist für die Anleihemärkte, zumindest für hochwertige Anleihen, insgesamt eher positiv; für die Aktienmärkte ist sie zwangsläufig weniger gut, weil in einer Rezession die Unternehmensgewinne zurückgehen.

An den Aktienmärkten kam es nach der Hausse vom ersten Halbjahr nun zu der erwarteten Konsolidierung.

Ja, diese Entwicklung war tatsächlich erwartet worden, vor allem mit Blick auf die Technologiewerte, die wegen des Themas Künstliche Intelligenz zum Jahresbeginn besonders nachgefragt waren. Seither hat sich die Euphorie wieder etwas gelegt, was zu einer Korrektur der Branche geführt hat. In der Energiebranche hingegen bleibt der Trend weiter positiv. Ich denke, dass er Ölpreis mittel- und langfristig steigen wird, auch wenn der Rezessionstrend kurzfristig auf die Kurse drücken könnte. Letztendlich besteht ein Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, das für einen weiteren Anstieg des Ölpreises sorgen wird.

In Perspectives sprechen Sie auch von der überdurchschnittlich guten Entwicklung des japanischen Marktes. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um dort anzulegen?

Ich sehe tatsächlich gute Anlagechancen in Japan. Allerdings muss man dort auch vorsichtig bleiben: Wenn wir auf eine weltweite Rezession zusteuern, werden auch die Gewinne vieler japanischer Unternehmen unter Druck geraten. Das könnte die Bewertung des Marktes möglicherweise kurzfristig ändern. Längerfristig halte ich Japan jedenfalls weiterhin für einen attraktiven Markt.

Wie steht es mit dem Gold? Der Goldpreis hält sich in der aktuellen Situation ja robust.

Man hatte erwartet, dass der starke Zinsanstieg den Goldpreis belasten würde. Das war aber nicht der Fall, vor allem weil die Zentralbanken weiterhin in relativ großem Umfang Gold kaufen. Viele Staaten, allen voran China, äußern die Absicht, eine Alternative zum dollarbasierten Finanzsystem zu entwickeln. In diesem Ansatz könnte Gold eine wichtige Rolle spielen. Das erklärt die Käufe der Zentralbanken, vor allem im Fernen Osten. Wie dem auch sei: Gold bleibt eine sichere Anlageform und wird auf Sicht weiter steigen.

 

Guy Wagner, Chief Investment Officer

Nach seinem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Université Libre in Brüssel kam Guy 1986 zur Banque de Luxembourg, wo er in der Folge die Leitung der Abteilungen Finanzanalyse und Asset Management übernahm. Seit 2005 ist er Chief Investment Officer von BLI - Banque de Luxembourg Investments.

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