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Trotz verschärfter Lockdown-Maßnahmen zur Eindämmung der zweiten Corona-Infektionswelle zeigt sich die weltweite Konjunktur nach wie vor relativ widerstandsfähig. Im vierten Quartal 2020 führten beispielsweise dynamische Unternehmensinvestitionen und ein starker Immobiliensektor in den USA zu einem Anstieg des annualisierten BIP um 4 % gegenüber dem Vorquartal. Durch umfangreiche staatliche Stützungsmaßnahmen konnte zudem der Rückgang des realen BIP für das Gesamtjahr 2020 auf -3,5 % begrenzt werden – diese Zahl ist ungefähr vergleichbar mit der globalen Finanzkrise 2009, als das BIP um 2,8 % zurückging. Dies schreiben Guy Wagner, Chefanlagestratege von BLI - Banque de Luxembourg Investments, und sein Team in der jüngsten Ausgabe ihrer monatlichen ‚Investment-Highlights‘.

In Europa belasten die strengeren Kontakt- und Ausgangssperren den Dienstleistungssektor stärker und verhindern derzeit eine weitere wirtschaftliche Erholung.

In Japan können die Folgen steigender Corona-Infektionszahlen zum Ende 2020 und der schwachen Nachfrage aus den USA und Europa durch steigende Exporte in asiatische Länder nicht ausgeglichen werden.

Chinas Wirtschaft erholt sich weiter und das BIP ist in der Volksrepublik im vierten Quartal um 6,5 % gestiegen. Im Gegensatz zur Wirtschaft in den USA, in Europa und in Japan verzeichnete die chinesische Wirtschaft für das Gesamtjahr 2020 sogar ein Wachstum von 2,3 %. Die Hoffnung auf eine weltweite Erholung der Konjunktur 2021 stützt sich darauf, dass in den kommenden Monaten mehr und mehr Menschen geimpft werden.

Inflationsdruck bleibt gering

Zurzeit ist der Inflationsdruck trotz zunehmender Geldmengen infolge der umfangreichen staatlichen Stützungsmaßnahmen weiter niedrig.

In den USA stieg die Gesamtinflationsrate im Dezember von 1,2 % auf 1,4 % und mit Ausnahme von Energie und Nahrungsmitteln blieb die Inflation unverändert bei 1,6 %. Der Deflator der privaten Konsumausgaben ohne Energie und Lebensmittel (der bevorzugte Preisindikator der Federal Reserve) blieb ebenfalls stabil bei 1,4 %. In der Eurozone bleibt die Inflation sogar noch niedriger: die Gesamtinflation lag im Dezember im vierten aufeinanderfolgenden Monat bei -0,3 % und die Inflation ohne Energie und Nahrungsmittel bei +0,2 %.
Bei seiner Sitzung im Januar kündigte der Offenmarktausschuss der US-Notenbank Federal Reserve keine Änderung seiner Politik an. Bei der Pressekonferenz wiederholte der Fed-Präsident Jerome Powell, dass die US-Wirtschaft noch weit von den beiden Zielen – höhere Inflation und maximale Beschäftigung – entfernt sei. Daher sei es noch zu früh, selbst minimal strengere geldpolitische Maßnahmen wie eine eventuelle Verringerung des Wertpapierkaufprogramms in Erwägung zu ziehen. In Europa hat sich die EZB ebenfalls für den geldpolitischen Status Quo ausgesprochen und behält die nach Ausbruch der Pandemie eingeführten Stützungsmaßnahmen bei. Trotz des kurzfristig schwierigen wirtschaftlichen Umfelds zeigte sich die EZB-Präsidentin Christine Lagarde zuversichtlich, dass die Konjunktur in Europa in der zweiten Jahreshälfte wieder aufleben werde.

Ein Anstieg der Langfristzinsen

In den USA führte die Hoffnung auf ein allmähliches Wiederaufleben der Wirtschaftsaktivität, vor allem dank der zusätzlichen haushaltspolitischen Stützungsmaßnahmen der neuen Regierung Biden, zu einem Anstieg der langfristigen Zinsen.

So durchbrach die Endfälligkeitsrendite der zehnjährigen US-Schatzanleihe wieder die Schwelle von 1 % und stieg im Berichtsmonat von 0,91 % auf 1,07 %. In der Eurozone bewegten sich die Endfälligkeitsrenditen staatlicher Schuldtitel nicht ganz so stark und der zehnjährige Referenzzinssatz stieg in Deutschland von -0,57 % auf -0,52 %, in Frankreich von -0,34 % auf -0,28 %, in Italien von 0,54 % auf 0,64 % und in Spanien von 0,04 % auf 0,10 %.

Aktienmärkte Ende Januar leicht im Minus

Nach der positiven Entwicklung zum Jahresbeginn mussten die Börsen Ende Januar einen leichten Rückgang hinnehmen und tendierten somit im Berichtsmonat gewissermaßen seitwärts (der MSCI All Country World Index Net Total Return in Euro stieg um 0,3 %).

Die hohe Volatilität in der letzten Januarwoche ergab sich vor allem aus Turbulenzen rund um die Aktie der Firma GameStop, einem Anbieter von Computerspielen und -konsolen. Die Fundamentaldaten des Unternehmens hatten sich in den letzten Jahren verschlechtert und dadurch waren die Hedgefonds auf die Firma aufmerksam geworden. In der zweiten Januarhälfte explodierte der Aktienkurs von GameStop plötzlich, weil Kleinanleger sich auf der Plattform Robinhood abgestimmt hatten und dadurch die Hedgefonds dazu zwangen, die Aktien zu kaufen, für die sie zuvor Short-Positionen eingegangen waren. Dieser Machtkampf zwischen privaten Kleinanlegern und großen Finanzprofis verursachte einige Störungen an den US-Aktienmärkten. Daher ging der S&P 500 in den USA im Berichtsmonat um 1,1 % zurück (in USD), der Stoxx Europe 600 verlor im Zuge dieser Entwicklung 0,8 % (in EUR). Der Topix in Japan blieb quasi stabil (+0,2 % in JPY) und der MSCI Emerging Markets stieg um 3,0 % (in USD).
Nach dem Verlust um 8,2 % gegenüber dem Euro für das Gesamtjahr 2020 wertete der US-Dollar im Januar leicht auf und der EUR/USD-Kurs stieg im Berichtsmonat von 1,222 auf 1,214. Edelmetalle entwickelten sich uneinheitlich. Der Preis für eine Feinunze Gold ging von 1898 USD auf 1848 USD zurück (-2,7 %) während die Feinunze Silber von 26,4 USD auf 27,0 USD stieg (+2,2 %).

Guy Wagner, Managing Director

Nach seinem Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Université Libre in Brüssel kam Guy 1986 zur Banque de Luxembourg, wo er in der Folge die Leitung der Abteilungen Finanzanalyse und Asset Management übernahm. Seit 2005 ist er Managing Director von BLI - Banque de Luxembourg Investments.

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