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Nachdem die globale Konjunktur im April ihren Tiefpunkt erreicht hatte, beginnt sie sich nach den ersten Lockerungsmaßnahmen zaghaft zu erholen. Im Mai verbesserten sich die zusammengesetzten Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen und das verarbeitende Gewerbe in sämtlichen Regionen, schreiben Guy Wagner, Chefanlagestratege von BLI - Banque de Luxembourg Investments, und sein Team in der jüngsten Ausgabe ihrer monatlichen „Investment-Highlights‘.

In den USA notierte der Einlaufsmanagerindex bei 36,4 Punkten, in der Eurozone bei 30,5 und in Japan bei 27,4. „Dennoch bleiben diese Indikatoren weit unter dem Schwellenwert von 50, was weiter auf eine Schrumpfung der Wirtschaftstätigkeit hinweist“, sagt Guy Wagner, Chefanlagestratege und Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft BLI - Banque de Luxembourg Investments.

Aktienmärkte setzen ihre Erholung fort

An den Rentenmärkten gab es im Mai keine wesentlichen Veränderungen. Nach dem historischen Kurssturz im ersten Quartal und dem Aufschwung im April setzten die Aktienmärkte im Mai ihre Erholung fort. „Die immensen Stützungsmaßnahmen von Regierungen und Zentralbanken, die allgemeine Verbesserung bei der Bewältigung der Corona-Pandemie wie auch die beginnende Lockerung der Beschränkungen gaben den Aktienkursen Aufwind, obwohl die stärkste wirtschaftliche Rezession seit Ende des Zweiten Weltkriegs bevorsteht.“ Trotz des Aufschwungs an den Börsen bleiben die Unterschiede bei den Branchen enorm. Seit Jahresbeginn stiegen Technologiewerte um 5,1 Prozent und Gesundheitstitel um 3,4 Prozent, wohingegen Finanzwerte um 25,9 Prozent und Energiepapiere sogar um 34,3 Prozent einbrachen (alle Angaben auf weltweiter Ebene und in Euro).

Historisches Hilfspaket in der Eurozone

In der Eurozone plant die Europäische Kommission ein Hilfspaket in Höhe von 750 Milliarden Euro, „mit dem zum ersten Mal in der Geschichte Europas ein Transfer von Geldern von Nord nach Süd vorgesehen ist, um den am stärksten von der Pandemie betroffenen Ländern zu helfen“. In Japan fiel das BIP-Wachstum für das erste Quartal zum zweiten Mal in Folge negativ aus; dies ist – sogar noch ohne Berücksichtigung des maximalen wirtschaftlichen Schocks vom April – gleichbedeutend mit einer Rezession. In China wollen die öffentlichen Behörden keinen Zielwert für das BIP-Wachstum 2020 nennen. „Peking räumt der finanziellen Vorsicht und der Sicherheit der Arbeitsplätze Vorrang ein, was zulasten eines Wirtschaftswachstums um jeden Preis geht“, meint der luxemburgische Ökonom.

Europäische Währungsbehörden werden quantitative Lockerung vermutlich weiter ausweiten

Weder die US-amerikanische Federal Reserve noch die Europäische Zentralbank hielten im Mai eine Sitzung ab. In Europa forderte das deutsche Bundesverfassungsgericht von der EZB, wesentliche und nachvollziehbare Begründungen zu präsentieren, dass die Ziele der mit den Anleihekaufprogrammen verfolgten Geldpolitik im Vergleich zu den wirtschaftlichen und haushaltspolitischen Auswirkungen verhältnismäßig sind. Falls die EZB ihre Ergebnisse nicht innerhalb von drei Monaten vorlegt, sei es der Bundesbank untersagt, am Kaufprogramm teilzunehmen. Guy Wagner: „Trotz dieses Urteils dürften die europäischen Währungsbehörden ihre Maßnahmen zur quantitativen Lockerung aller Wahrscheinlichkeit nach noch stärker ausweiten.“

Guy Wagner
Managing Director von BLI - Banque de Luxembourg Investments
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