Luxemburg
14, boulevard Royal, L-2449 Luxemburg
 
Montag bis Freitag
8.30 Uhr bis 17.00 Uhr
 
Wallonie - Brüssel
Chaussée de La Hulpe, 120 - 1000 Brüssel
Flandern
Kortrijksesteenweg 218 - 9830 Sint-Martens-Latem
 
Montag bis Freitag
8.30 Uhr bis 16.30 Uhr

Diversität und Inklusion nehmen in Unternehmen und Organisationen einen immer größeren Stellenwert ein. Ihre Bedeutung nimmt immer mehr zu – für die Unternehmen selbst, aber auch für die Mitarbeitenden. Wir sprachen mit Nicole Dochen, Leiterin der Personalabteilung der Banque de Luxembourg und Mitglied der Geschäftsführung.

Frau Dochen, was genau macht Diversität in einem Unternehmen aus?

Ein anderes Wort für Diversität ist Vielfalt. Jedes Unternehmen besteht aus Männern und Frauen mit ganz unterschiedlichen und vielfältigen Eigenschaften. Damit ist ein Unternehmen letztlich immer der Spiegel unserer Gesellschaft. Das Thema Diversität berührt ganz verschiedene Aspekte: das Geschlecht, die kulturelle Prägung und Qualifikation, die Zugehörigkeit zu einer Altersgruppe oder Religion, gegebenenfalls eine Beeinträchtigung – um nur einige zu nennen.

Wenn wir die Inklusion in den Fokus stellen, entscheiden wir uns dafür, unsere Unterschiede als Bereicherung zu sehen. Nicole Dochen

Und warum ist Diversität so wichtig?

Sie stellt eine Bereicherung dar. Eine Bereicherung, die man aber erst dann als solche erlebt, wenn man sie zulässt und pflegt. Zunächst einmal ist es wichtig, Vielfalt wahrzunehmen und offen für Unterschiedlichkeiten zu sein.

Unsere Bank zählt rund 1.000 Beschäftigte aus 22 Nationalitäten. Jeder und jede Einzelne ist ein wertvolles Individuum mit ganz eigenen Stärken. Was die Geschlechterverteilung in der Bank betrifft, so haben wir einen Anteil von 55 % an Männern und 45 % an Frauen. Gerade die Unterrepräsentierung von Frauen in Führungspositionen ist für uns ein wichtiges Anliegen, mit dem wir uns beschäftigen und das von unserem Management zu einem Pfeiler der Corporate Governance gemacht wird. Unsere Geschäftsführung ist davon überzeugt, dass in Teams, die aus Männern und Frauen bestehen, die Entscheidungsfindung durch einander ergänzende Ideen und Blickwinkel klar aufgewertet wird. Um dies zu fördern, haben wir verschiedene Maßnahmen ergriffen. Wir bieten Weiterbildungsprogramme für Frauen, um sie bei der Entwicklung ihrer Führungskompetenzen zu begleiten und zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen. Unsere Einstellungspolitik wurde darauf abgestimmt, weibliche Talente anzuziehen und zu halten. Zudem wurden unsere Führungskräfte sensibilisiert; sie wissen um die Bedeutung der gleichen Entwicklungschancen für Frauen und Männer.

Wenn Diversität als Tatsache gilt, ist Inklusion innerhalb des Unternehmens eine Wahl. Nicole Dochen

Auch die Zusammenarbeit über Generationen hinweg ist eine Stärke unserer Teams. Uns ist wichtig, dass sich Allianzen bilden: Junge und erfahrene Mitarbeitende bereichern sich wechselseitig: Die einen bringen neue Kenntnisse und Kompetenzen mit, die anderen geben ihre vielfältigen Erfahrungen und gründliche Expertise in der Ausübung ihres Berufs gerne weiter. Wir haben auch ein spezielles Programm für Beschäftigte ins Leben gerufen, die seit weniger als drei Jahren bei der Bank tätig sind. So helfen wir bei der Vernetzung und beim Erfahrungsaustausch und fördern die bereichsübergreifende Zusammenarbeit.

Diversität bedeutet auch, einen gelungenen Mix an Profilen zu finden. Wir fördern interne Mobilität, weil wir wissen, dass die eingebrachten Kompetenzen die bestehenden Teams bereichern. Voneinander lernen, um immer besser zu werden. Nicht zuletzt setzen wir derzeit ein neues Konzept der internen Mobilität um, bei dem rund 20 Mitarbeitende aus ganz unterschiedlichen Bereichen zusammenarbeiten.

Und wie verstehen Sie Inklusion?

Inklusion ist die bewusste Entscheidung eines Unternehmens zu einer Haltung, die sich ganz vorurteilsfrei Unterschieden öffnet. Vereinfacht gesagt, geht es nicht nur darum anzuerkennen, dass mein Gegenüber sich in vielerlei Hinsicht von mir unterscheidet: im Geschlecht, der kulturellen Prägung, dem Alter, dem Temperament und dem Denken. Entscheidend ist, dass ich in diesen Unterschieden eine Bereicherung für die Zusammenarbeit erkenne. Diese Bereicherung muss ich entdecken, zum Tragen bringen und zum gemeinsamen Nutzen des Teams einsetzen.

Wie genau können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei eine aktive Rolle spielen?

Anlässlich des Tages der Diversität am 12. Mai haben wir Workshops organisiert, um unsere Kolleginnen und Kollegen in diese Überlegungen einzubeziehen. Der Austausch und die Gespräche über das Thema Diversität im weitesten Sinne waren offen und fruchtbar. Die spontanen Äußerungen und Vorschläge in diesen Workshops konnten wir aufnehmen; sie werden dazu beitragen, unser Handeln zu ergänzen und gemeinsam neue Initiativen in den Blick zu nehmen. Wenn wir Männern und Frauen gleichermaßen die Möglichkeit geben, eine gute Balance zwischen Arbeitsleben und Privatleben zu finden, bietet dies attraktive Chancen – für alle Beteiligten!

Können Sie abschließend noch etwas zu den Weiterbildungen sagen, die Sie zu diesem Thema anbieten?

Wir laden alle unsere Führungskräfte zu einer Fortbildung zum Thema offenes und inklusives Führen ein. Dort geht es auch um das Erkennen unbewusster Prägungen, die die Entscheidungen bei der Zusammenstellung eines Teams beeinflussen können. Unsere Führungskräfte spielen eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Diversität und Vielfalt in den Teams umzusetzen und auf diese Weise die gemeinsame Leistungsfähigkeit zu steigern. Die ausgewogene Verteilung der Geschlechter muss in jedem Fall auf allen Verantwortungsebenen und in allen unseren Teams Wirklichkeit werden. Die junge Generation, die uns ablöst und auf die wir zählen, erwartet genau das von uns.

 

DIE WICHTIGSTEN DATEN

1.016 Beschäftigte zum 1.5.2022

55 % Männer
45 % Frauen

22 Nationalitäten

Durchschnittliche Zugehörigkeit zum Unternehmen: 13 Jahre

Durchschnittsalter: 43 Jahre

25 % in Teilzeit